Wenn von einem Widerstand die Rede ist, dann wird meistens der Festwiderstand gemeint sein. "Fest" deshalb, weil er, innerhalb seiner Toleranzgrenze, einen festen Widerstandswert besitzt.

Da ein Widerstand sehr universell einsetzbar ist, kommt dieses Bauteil in (fast) jeder elektronischen Schaltung vor. Und je nachdem, was an dem Widerstand für Leistung abfällt, gibt es ihn in unterschiedlichen Bauformen und Leistungsbereichen. Das geht los bei 1/10 Watt und geht bis zu mehreren Watt Leistung. Im gleichen Maß wie die Verlustleistung steigt allerdings auch der Preis dieses Bauteils.

Auf dem obigen Bild seht ihr sechs Widerstände mit jeweils 1kOhm. Sie unterscheiden sich nur in der zulässigen Verlustleistung. Von oben nach unten sind das 11 Watt, 5 Watt, 4 Watt, 1 Watt, 0.25 Watt und 1/10 Watt. Das Zehnpfennigstück verdeutlicht wieder die Größenverhältnisse. Beim zweiten Widerstand von unten handelt es sich um den Standardtypen. Dieser wird am meisten eingesetzt und ist demzufolge preislich am günstigsten.

Bei der Wahl des richtigen Widerstandes spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

 der Widerstandswert (in Ohm)

Zur Kennzeichnung des Widerstandswertes und der Toleranz werden, bei den kleineren Bauformen, Farbringe auf dem Widerstand angebracht. Damit wir die verschiedenen Widerstände auch unterscheiden können, benötigen wir eine Farbringdekodierung.
Bei den Widerstandswerten gibt es sogenannte Normreihen, aus denen man sich den Wert heraussucht, der dem berechneten am nächsten kommt. Um euch das raussuchen abzunehmen habe ich ein passendes JavaScript (im rechten Frame) geschrieben. Wie man einen Widerstand berechnet, findet ihr unter (Vor-)Widerstandsberechnung.

 die Toleranz (in Prozent)

Die Toleranz der Widerstände spielt in den meisten Schaltungen keine so große Rolle, weshalb man zu den günstigen 5% Kohleschicht-Widerständen greift. Erst wenn eine Schaltung darauf angewiesen ist, daß der Widerstandswert auch wirklich den berechneten Wert besitzen muß, greift man zu 1% Metallschicht-Widerständen oder, bei Meßgeräten, sogar zu noch genaueren Werten (0.05%). Sollte ich in einer Schaltung nicht extra auf eine bestimmte Toleranz hinweisen, dann handelt es sich um den Standard-Typ (5% Toleranz).

 die max. Verlustleistung (in Watt)

Die maximale Verlustleistung gibt eine Grenze vor, bis zu der ein Widerstand belastet werden darf. Überschreitet man diese Grenze kann das zur Zerstörung des Bauteils führen. Die Leistung, die ein Widerstand aufweisen muß, um in einer Schaltung einwandfrei zu funktionieren, müssen wir in jedem Einzelfall berechnen.
Diese Berechnung basiert auf der Leistungsformel (P=U*I). Nehmen wir an, in einem gedachten Stromkreis soll ein Strom von 0.125 Ampere (125mA) fließen und an dem Widerstand soll ein Spannung von 7 Volt abfallen (Widerstandswert: 56 Ohm). Das ergibt dann eine Verlustleistung von 0.875 Watt (875mW). Wir müssen uns also für einen Widerstand mit 1 Watt Belastbarkeit entscheiden. Ein einfacher Standardwiderstand (250mW) würde in solch einer Schaltung in Rauch aufgehen. Die Widerstandsbahn würde durchschmoren.