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 Ein Kondensator dient, vereinfacht gesagt, zur Speicherung elektrischer Ladung. Er kann für eine (kurze) Zeit die ihm zugeführte Ladung speichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzugeben. Die Speicherkapazität hängt von der Größe des Kondensators ab und wird mit der Einheit Farad (F) bezeichnet (benannt nach dem englischen Physiker Michael Faraday). Da 1 F aber eine sehr große Kapazität darstellt, werden in der Praxis häufig Teileinheiten (micro, nano, pico usw.) verwendet.
Der Kondensator besteht aus zwei leitenden Platten, die durch einen Isolierstoff (Dielektrikum) voneinander getrennt sind. Im einfachsten Fall handelt es sich bei dem Dielektrikum um Luft. Die beiden Platten stehen aber so eng zusammen, daß die elektrischen Kräfte durch den Isolierstoff hindurch wirken können. Schließt man an einen Kondensator eine Spannungsquelle an, so wird er elektrisch aufgeladen. Die eine Seite positiv und die andere negativ.
Diese elektrische Ladung bleibt auch nach abklemmen der Spannungsquelle bestehen und zwar so lange bis sich der Kondensator durch anschließen eines Widerstandes wieder entladen kann. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis sieht es so aus, daß sich der Kondensator nach einer bestimmten Zeit selbst entladen hat. Das hängt mit dem Dielektrikum zusammen, das einen mehr oder weniger großen Widerstand darstellt und so einen (Leck-)Stromfluß zwischen den beiden Platten ermöglicht. Dieser Leck- bzw. Reststrom hängt von der Bauart des Kondensators ab. Als Faustregel gilt, daß Wickel- und keramische Kondensatoren sehr hohe, Elektrolytkondensatoren hingegen durchweg geringe Isolationswiderstände besitzen (hoher Widerstand = geringer Leckstrom und umgekehrt).
Auf dem Bild am rechten Rand seht ihr ein paar Kondensatoren mit unterschiedlichen Werten. Eine große Bauform spricht dabei entweder für eine große Kapazität oder für eine hohe Spannungsbelastbarkeit.
Sehr wichtig sind bei einem Kondensator die folgenden Kennwerte:
- Die Kapazität
Sie wird als Nennwert auf dem Kondensator angegeben. Dieser Nennwert unterliegt aber einer Fertigungstoleranz. Der Nennwert bezieht sich außerdem auf eine Temperatur von 20 Grad Celsius. Die tatsächliche Kapazität ändert sich also je nach Temperatur. Einen einfachen Kapazitätstest findest Du auf der Meßgeräte-Seite.
- Die Spannungsfestigkeit
Je enger der Plattenabstand und je höher die Spannung wird, die an dem Kondensator gelegt wird, umso schneller kann es passieren, daß der Kondensator durchschlägt. Deshalb gibt man bei jedem Kondensator zusätzlich noch die max. Spannung an, auf die er dauernd aufgeladen werden darf. Sie wird für Gleich- und Wechselspannung gesondert angegeben, weil sie bei Wechselspannung deutlich niedriger ist.
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